Donnerstag, 4. August 2016

Der Weg aus der Hoffnungslosigkeit

Einsamkeit, Ziellosigkeit, Belanglosigkeit und noch mehr Einsamkeit.
Das sind die Gefühle mit denen ich meinen letzten Blogpost zusammen gefasst habe. Der Blogpost, der sich mit den Gefühlen meiner ersten Wochen allein im Ausland befasst.
Dieser Post beschäftigt sich damit, wie ich es geschafft habe, einige dieser negativen Gefühle zu überwinden, wie ich es geschafft habe in meinem neuen Leben an zu kommen. 



Die ersten Tage waren hart, sehr hart. Mir ging es überhaupt nicht gut, ich war weder glücklich, noch zufrieden mit der Situation, in der ich steckte. Eher im Gegenteil. Natürlich konnte es so nicht weiter gehen. Also begann ich mit der Suche nach einem Weg der Verbesserung.


1. Überstehen der "emotionalen Phase"

Eine Eigenschaft meiner Persönlichkeit hat mir bei dieser Suche entscheidend geholfen: Ich bin ein sehr rational denkender Mensch. Aber auch rationale Menschen haben eine emotionale Seite, welche in manchen Phasen überwog. Sobald ich fühlte, dass ich in einer "emotionalen Phase" war, in der ich immer trauriger wurde und mich jeder Gegenstand an zu Hause erinnerte, half nur Ablenkung. Ablenkung vor den Gedanken in meinem Kopf, die mir so fremd waren. Als Ablenkung half es mir Sport zu treiben (Bodyweight Workouts und Joggen) und Serien zu schauen. Es musste etwas sein, das die eigenen Gedanken gut genug verbannt, also waren Tätigkeiten wie spazieren gehen oder zeichnen für mich nicht gut genug geeignet.

2. Reflektion: Warum geht es mir schlecht?

Hatte ich es dann geschafft diese emotionale Phase zu überwinden, konnte ich damit anfangen nach einem Weg der Besserung für meine Situation zu suchen. Dafür durchlief ich immer wieder die selben 3 Schritte:

  1. Welcher Umstand macht mich traurig? - Gib ihm einen Namen.
  2. Warum existiert dieser Umstand? 
  3. Wie kann ich diesen Umstand verbessern?

Es Folgen ein paar Beispiele, auf die ich bei der Auswertung meiner Situation gekommen bin:

  • Ich fühle mich einsam und keiner Gruppe zugehörig. - Warum? Ich bin neu hier. Keiner kennt mich, niemand weiß von mir. Leider weiß ich nicht, welche Möglichkeiten es gibt, hier Leute kennen zu lernen (Clubs, Gesellschaften, ...) - Lösung: Ich halte die Augen offen und gebe dem ganzen Zeit. Ich traue mich Leute an zu sprechen und direkt nach Tipps zu fragen.
  • Ich habe keine Aufgabe, die ich zu bestimmten Zeiten erledigen muss. - Warum? Ich habe nichts von zu Hause mit genommen. Das ging nicht, da alle meine Aufgaben ortsgebunden waren. - Lösung: Ich suche mir neue Aufgaben, die ich hier tun und in Zukunft mitnehmen kann
  • Ich fühle mich unproduktiv. - Warum? Ich habe noch kein Hobby gefunden, welches ich hier ausüben kann. Ich bin noch keiner Gruppe zugehörig, in der ich Aufgaben zugeteilt bekomme. - Lösung: Ich plane meine Tage bis ins kleinste Detail und kann abhaken, was ich geschafft habe. 
  • Mir ist langweilig - Warum? Begründung wie oben. - Lösung: Hier kannst ich endlich etwas tun, wofür ich in Deutschland nie genügen Zeit hatte.
  • Ich fühle mich unbedeutend - Warum? Keine Bestätigung von anderen, da ich keiner Gruppe zugehörig bin und keine Aufgaben erledigen kann. Ich habe weder anderen, noch mir selbst keine Erfolge vorzuweisen. - Lösung: Bestätigung aus etwas anderem ziehen, am besten aus mir selbst.
Manches davon erfordert nur eine sehr kleine Handlung, die keinen richtigen Einfluss auf mein Leben hat. Zum Beispiel ist die haargenaue Planung meines langweiligen und leeren Tagesablaufes nicht notwendig. Durch das Aufschreiben unbedeutender Aufgaben wie "Wäsche sortieren" spare ich keine Zeit ein und erschaffe auch keine bessere Ordnung in meinem Tagesablauf. Beim Aufschreiben dieser bedeutungslosen Aufgaben geht es viel mehr darum, am Ende des Tages zu sehen, dass ich heute etwas geschafft habe und deshalb der Tag nicht verschwendet war.

3. Wichtige Erkenntnisse

Am wichtigsten war für mich wohl die Erkenntnis, dass jetzt der beste Zeitpunkt ist um mir Aufgaben zu suchen, die ich nur am Anfang meines "neuen Lebens" tun kann:

  • Etwas lernen, was ich nur hier lernen kann: Da diese Aufgabe orts- oder zeitgebunden ist, wird die Motivation noch weiter gesteigert.
  • Zeit für mich alleine: Ich habe Zeit meine Persönlichkeit und mein Leben zu Reflektieren. Ich kann etwas tun, was ich schon immer tun wollte, aber nie geschafft habe. 
  • Gelegenheit für einen Neuanfang: Hier kennt mich niemand. Niemand weiß etwas über meine Vorgeschichte, oder meine Einstellungen. Keine Person von "früher" erinnert mich daran, wie ich damals war. Ich kann werden, wer ich will.

4. Das Mantra

Während dieser Zeit blieb mir ein Gespräch besonders in Erinnerung, das ich mit einer älteren Frau führte, die selbst schon viel alleine gereist ist und alleine gelebt hat. Sie teilte einige ihrer Lebensweisheiten mit mir und hat mich beruhigt und ermutigt. Zusammen haben wir für mich ein Mantra gefunden, an welches ich mich erinnere, wenn es mir schlecht geht. Das Mantra lautet:
Ich bin mutig und stark!
Die Begründung: Ich bin hier her gekommen, obwohl sich kurz vor meiner Abreise die Umstände für meine Reise vollkommen geändert hatten. Ich bin hier, ohne Anhaltspunkt, ohne Plan, was in den nächsten Monaten kommen wird und ohne zu wissen, ob und wie viel Geld ich in nächster Zeit verdienen werde. Ich bin hier alleine in einem neuen Land, ohne die Sprache richtig sprechen zu können. Ich bin hier her gekommen und habe meinen Platz in Deutschland aufgegeben. Ich kann nicht zurück in mein gewohntes Umfeld, denn das gibt es nicht mehr.
Ich bin mutig und stark!
Ja, der Weg ist steinig und schwer, aber ich werde viel daraus lernen - auch wenn ich es erst später erkennen werde. (Vor allem dieser Punkt ist mir sehr bewusst und regt mich immer wieder zum weiter machen an!) Keine Erfahrung ist sinnlos, alles bringt einen weiter. Ich bin mutig und stark und werde durch halten!

5. Die alles entscheidende Frage

In diesem Gespräch hat mir die Frau auch eine Frage gestellt, die genau in mich hinein gehört hat:
"Wenn ich dir für morgen einen Rückflug schenken würde, würdest du ihn antreten?"
Meine Antwort war ein klares "Nein!". Ein "nein" ohne eine Sekunde zu zögern. Ein "nein" ohne "vielleicht" oder "aber". Da war mir alles klar. Ich schaffe das! Ich geh da durch und werde eine interessante Zeit durchleben. Eine Zeit die im Rückblick überaus wichtig für mich sein wird.
Keine Erfahrung, so schmerzhaft sie auch sein mag, ist sinnlos. Im Nachhinein wird sie immer für etwas gut gewesen sein. 

Was ich hier so einfach zusammen fassen konnte, hat in Wirklichkeit etwa 4 Wochen der Entstehung gedauert. Zuerst aus dem Loch heraus kommen und heraus zu finden, warum es mir schlecht geht. Im nächsten Schritt für diese Umstände einen Plan der Heilung entwickeln. Zuletzt muss dieser Plan natürlich angewandt und verbessert werden. Das war ein langer Weg und ich bin sicher, dass er immer noch anhält.

Ich hoffe, dass dieser Post jemanden helfen kann seine Hoffnungslosigkeit zu überwinden. Außerdem würde ich mich sehr über Kommentare mit weiteren Tipps freuen, da auch ich mich noch weiter auf dem Weg der Besserung befinde.

Sonntag, 31. Juli 2016

Die Schattenseiten eines Auslandsaufenthalts

Ein Auslandsaufenthalt, für etwa ein Jahr. Frei sein. Neues erleben. Keine Verpflichtungen, dafür aber jede Menge Spaß haben. Schauen was kommt. Alles wird perfekt und aufregend sein.
So, oder so ähnlich lauteten meine Gedanken, wenn ich an meinen bevorstehenden Auslandsaufenthalt in Mittelamerika dachte. Wenn Freunde mich gefragt haben, ob ich nicht auch etwas Angst hätte, oder nervös wäre, lautete die Antwort immer "Nein, wieso denn?". Ich bin sehr froh, dass ich damals so dachte, sonst wäre mir der Abschied von zu Hause sicher viel schwerer gefallen.
Was sind nun aber die Gefühle, die ich während der ersten Zeit im Ausland tatsächlich erfahren durfte?


Zuerst war natürlich alles aufregend und schön. Die vielen neuen Eindrücke, die verarbeitet werden wollen, da vergeht die Zeit sehr schnell und ich war gut abgelenkt.
Während des ersten Monats arbeitete ich in der Nähe von Puerto Viejo de Talamanca, an der Karibikküste von Costa Rica. Die Natur dort ist atemberaubend. Regenwald, der direkt mit dem Meer verschmilzt, Berge in der Nähe der Küste, die natürlich auch von Regenwald bedeckt sind. Schaut man sich die Sattellitenbilder bei Google-Maps an, sieht man durch die Bäume weder Straßen noch Häuser und von unten lässt sich dieses Bild nur bestätigen. Kilometerlange saubere und leere Sandstrände und der Ozean, dessen Wassertemperatur eher in die Kategorie "Badewannenwasser", als die Kategorie "Freibad" fällt. Was die Natur angeht, scheine ich also im Paradies angekommen zu sein. Aber was ist es, was mir dennoch so viele Probleme bereitet?

Ich bin dort hin gekommen, nachdem ich alles in Deutschland abgegeben habe. Mein Studium ist beendet, die Wohnung ist vermietet, ich bin ausgezogen. Ich habe bei meiner Arbeit gekündigt und die Aufgaben in meinem Ehrenamt weitergegeben. Der Abschluss meines Lebens in Deutschland ist perfekt und vollkommen. Natürlich kann ich zurück gehen, aber dort ist kein gewohntes Umfeld, das auf mich wartet. Auch dort müsste ich mir wieder alles neu aufbauen. Und genau das sind die Umstände, die für mich einen so großen Unterschied gemacht haben. Natürlich war ich schon vorher auf längeren Reisen (etwa 3 Wochen), also warum bin ich hier schon am Ende von Woche 1 so traurig? Der Grund steht oben: Sonst konnte ich zurück kehren und ich wusste was mich bald wieder erwartet. Diesmal weiß ich nichts. Nicht was kommt und wie es weiter geht. Alles ist ungewiss. Niemand hier wartet auf mich oder interessiert sich dafür, wie es mit mir weiter geht (schlicht und einfach, weil sie nicht von meiner Existenz wissen). Diese Erkenntnis hat mir besonders am Anfang Schwierigkeiten bereitet. Hier bin ich niemand, ein Körper ohne Inhalt. Ich bin selbst dafür verantwortlich, was mit mir passiert, wohin ich gehe, wie ich meine Zeit verbringe, wie mich die anderen Leute kennen lernen. Natürlich hatte ich diese Verantwortung auch in meinem vorherigen Leben in Deutschland, aber dort ging alles Schritt für Schritt. Ich kam in die neue Stadt um zu studieren, aber dort hatte ich als Anlaufpunkt schon meine Kommilitonen, die auch überwiegend neu und einsam in der Stadt waren. Als die Zeit der vielen Veranstaltungen für die Erstsemestler zu Ende war, stellte ich fest, dass ich viel freie Zeit übrig hatte und ich begann mit der Arbeit im Ehrenamt. Später merkte ich, dass ich gerne neben dem Studium arbeiten möchte und ich suchte mir eine Arbeit. Aber hier: Ich bin neu, nehme nichts von zu Hause mit. Alle anderen leben hier ihr Leben, keiner erwartet mich. Wo kann ich nur anfangen?

Eine weitere Schwierigkeit in meiner Situation war, dass die Gegend in der ich wohnte sehr dünn besiedelt war. Und damit meine ich wirklich sehr dünn. Es gab also nur wenig Möglichkeiten neue Leute kennen zu lernen. Und das führt mich schon zu den Dingen, die mir am meisten gefehlt haben. An erster Stelle der Kontakt zu anderen Menschen. Natürlich kann ich hier nicht meine Freunde und Familie aus Deutschland erwarten, aber Zeit, die man mit neuen Menschen verbringt kann im besten Fall zu neuen Freundschaften und guten Gesprächen führen, im schlechtesten Fall lenkt sie einen zumindest von der durchdringenden Einsamkeit ab.

Sehr stark hat mich überrascht, wie sehr ich das Erledigen von Aufgaben vermisse. Ohne von außen vorgeschriebenen Aufgaben fällt es mir schwer mich zu motivieren. Außerdem fühle ich mich ohne dem Fortschritt von erledigten Aufgaben als würde ich auf der Stelle stehen und mich nicht weiter entwickeln.
Auch neu war mir, dass mir die Zugehörigkeit zu einer Gruppe sehr wichtig ist. Natürlich wusste ich schon vorher, dass ich eher ein Gruppenmensch als Einzelgänger bin, allerdings dachte ich, dass dieses Verhalten den Umständen geschuldet ist und ich mich auch an das Alleine Sein gut anpassen könne. Tatsächlich ist es jedoch so, dass man sein ganzes Leben lang nur lernt, wie man in einer Gruppe agiert, wie man dazu gehört und gemeinsam Konflikte löst. Allein zu sein wird einem nicht beigebracht. Allein zu sein muss man lernen. Und das ist schwerer als gedacht.

Mein Gefühl des Heimwehs kam also nicht daher, dass ich einen "Kulturschock" erlebte. Natürlich ist im Regenwald einiges anders als in Deutschland. Ich vermisse geschlossene Häuser, die abgeschlossen gegenüber der Umwelt sind, sodass weder Ungeziefer und Tiere, noch die hohe Luftfeuchtigkeit eindringt, auf Grund der alles anfängt zu schimmeln. Ich vermisse warmes Wasser zum duschen und geordnete Läden, die einfach hygienisch und ansprechend aussehen. Aber all das sind Dinge ändern nichts an meinem Wohlbefinden im Ausland. Sie gefallen mir zwar nicht, aber über sie beschweren möchte ich mich nicht, da man an ihnen nichts ändern kann - und schlimm sind sie auch nicht.

Nein, mein Heimweh kam daher, dass mein Leben so anders ist, als zuvor.
Die Orte, zu denen ich gehe wenn es mir schlecht geht, gibt es nicht mehr.
War ich in Deutschland ständig von Leuten umgeben, bin ich hier meistens allein - oder zumindest nicht in Gesellschaft.
Gesichter, die ich sonst sehe um mich zu unterhalten, gibt es nicht mehr. Natürlich gibt es skype, aber am Anfang viel es mir sehr schwer mit meinen Freunden zu skypen, da sie mich zu sehr an mein Leben in Deutschland erinnerten. (Mit meiner Familie ist das anders, da sie nicht in meiner Unistadt lebt, sie also nicht direkt zu meinem alltäglichen Leben in Deutschland gehören, sondern nur indirekt über Telefonate und Besuche.)
Ich ertappte mich auch immer wieder dabei mein Leben in Deutschland wie durch eine rosarote Brille zu sehen. Dadurch, dass es mir hier so schlecht ging, kam mir mein Leben dort so perfekt vor. Dort ist einfach alles besser als hier, so perfekt. Warum bin ich nur weg gegangen? Dann muss ich mich wieder daran erinnern, dass ich damals auch nicht immer vollständig glücklich war. Ich zweifelte an der Studien- und Arbeitswahl und hatte Phasen, in denen ich mich zu sehr aus dem Freundeskreis zurück zog und somit ausgeschlossen fühlte und hatte meiner Meinung nach kein Hobby, über das ich mich definieren konnte. Ich fand mich und mein Leben langweilig. Hätte ich nur damals schon alles aufgeschrieben, dann müsste ich mich jetzt nicht an dieses verklärte Bild zurück erinnern.

Meine stärksten negativen Gefühle dieser ersten Zeit im Ausland waren also:
Einsamkeit, Ziellosigkeit, Belanglosigkeit und noch mehr Einsamkeit

Ich bin froh, dass ich diese Gefühle nach etwa 3-4 Wochen überwinden konnte. Nicht vollständig natürlich, auch jetzt bin ich immer wieder traurig, wenn ich an mein "perfektes" Leben in Deutschland zurück denke. Aber es wird besser.
Wie ich es geschafft habe, dieses Tief zu überwinden, könnt ihr im nächsten Blogpost nachlesen. Ich hoffe, ich kann jemandem von euch damit helfen.

Freitag, 29. Juli 2016

Über honestyandjoy

Herzlich Willkommen bei honestyandjoy

Wovon handelt der Blog?

Wie der Name des Blogs schon vermuten lässt, entstehen hier ehrliche Blogposts zu Themen, die mir besonders am Herzen liegen, wo es sich eben besonders lohnt ehrlich zu sein. Im Moment befinde ich mich in Mittelamerika, da ich eine Pause in meinem Studium zwischen dem Bachelor und dem Master brauche. Deshalb werden viele Themen des Blogs von den Erfahrungen handeln, die ich während dieser besonderen Zeit sammeln durfte. Diese Erfahrungen werden sich nicht nur auf länderspezifische Punkte beschränken, sondern sich auch mit persönlichen Gefühlen und Entwicklungen beschäftigen. Zum Beispiel damit, wie man es schafft in einem neuen Umfeld, ganz ohne bekannte Bezugspunkte zurecht zu kommen.
Besonders freut es mich, euch mit diesem Blog an meinen Erfahrungen teil haben zu lassen. So werde ich auch in jedem Monat meine Lebensunterhaltskosten im Ausland mit euch teilen, damit diejenigen unter euch, die auch mit dem Gedanken spielen eine unbestimmte Zeit im Ausland zu verbringen eine Vorstellung davon bekommen wie viel das Leben dort kostet.
Neben der Themen, die sich mit dem Leben in einem fremden Land befassen, möchte ich auch meine eigenen, weit gefächerten Gedanken hier niederschreiben. Die Motivation dafür rührt daher, dass es für mich selbst sehr interessant ist meine Gedanken zu reflektieren und zu archivieren. Öffentlich möchte ich es deshalb tun, da es vielleicht jemanden gibt, dem meine Gedanken weiter helfen, warum sie also in meinem Tagebuch verstecken? Außerdem bin ich natürlich auf die Diskussion in den Kommentaren gespannt um durch diesen Austausch auch meinen eigenen Horizont erweitern zu können.


Wer bin ich?

Ich bin 22 Jahre alt, habe mein Bachelorstudium abgeschlossen und möchte vor dem Masterstudium eine Zeit im Ausland verbringen um neue Erfahrungen über die Welt und mich selbst zu sammeln. Mittelamerika habe ich wegen der Kultur und Natur ausgewählt, außerdem möchte ich weiter Spanisch lernen.
Die Gefühle der ersten Wochen im Ausland, also in meinem neuen Leben haben mich so sehr überrascht, dass ich mich dazu entschieden habe einen Blog zu beginnen. Ein Blogpost über die vielen Gründe dafür wird folgen, ein paar davon sind: Das Verlangen danach wieder eine Aufgabe zu haben, Aufbewahren und Teilen von Erfahrungen und Gefühlen, sowie der Vorteil ein Projekt zu haben, welches ich überall hin mitnehmen kann.


Diese Prinzipien sind mir besonders wichtig:


  • Ehrlichkeit und Offenheit: Niemand sollte sich für seine Gedanken und Gefühle schämen. Außerdem habe ich mittlerweile gelernt, dass es sich immer lohnt mit anderen über seine Gedanken zu sprechen. Egal, ob man dadurch Zustimmung erhält, oder zu einer Diskussion anregt - aus beidem kann man Kraft ziehen. 
  • Anstrengung und Durchhaltevermögen: Das sind ohne Zweifel zwei sehr schwierige Prinzipien für mich. Natürlich weiß ich, dass man sich selbst zu der Person machen kann, die man sein möchte, allerdings ist der Weg dort hin sehr steinig und schwer, weshalb ich mich immer wieder an diese Prinzipien erinnern muss. 
  • Flexibilität und Veränderung: Das ganze Leben ist ein langer Prozess, nur selten weiß man von Anfang an, wo man am Ende an gelangen wird. Es ist wichtig Ziele zu haben, sie treiben einen an. Aber genauso wichtig ist es, Wegweiser zu neuen Zielen auf seinem Weg zu erkennen und sich neu entscheiden zu können. Wenn man dann nicht mehr sein ursprüngliches Ziel erreicht, sondern es gegen ein anderes eingetauscht hat, ist das überhaupt nicht schlimm, solange man glücklicher mit dem neuen ist. Menschen verändern sich und das ist gut so.